Herzlich willkommen auf den Seiten des Clara-Viebig-Zentrums in Eisenschmitt!
Auf diesen Seiten finden Sie Wissenswertes rund um Clara Viebig - die Eifeldichterin - und das Clara-Viebig-Zetrum in Eisenschmitt.Wir würden uns freuen, Sie recht bald persönlich im wunderschönen Salmtal begrüßen zu können.

Programm2018  Veranstaltungen 2018

 

Bitte beachten Sie die geänderten Öffnungszeiten!

 Sonntag von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr.

Wir haben für das Jahr 2018 wieder eine interessante Auswahl an Veranstaltungen rund um das Clara-Viebig-Zentrum Eisenschmitt zusammengestellt. Die Programmübersicht können Sie sich hier als PDF speichern

Sicher ist etwas Interessantes für Sie dabei.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

 

Bitte beachten Sie die geänderten Öffnungszeiten,

Das Clara-Viebig-Zentrum ist jeden Sonntag von 15.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet.

 

 


Samstag, 05.05.2018 - Sonntag 06.05.2018

10. Frühlingserwachen -hier der Bericht und Fotos -


Veranstaltungen im August 2018


August 2018

Sonntag 09.09.2018

Kindertag mit der Clara-Viebig-Realschule Wittlich

Programm


Gondenbrett, 5./6. Mai 2018

Clara – Viebig - Treffen in Eisenschmitt 2018 -

Clara – Viebig - Treffen in Eisenschmitt 2018 Clara – Viebig - Treffen in Eisenschmitt 2018 Clara – Viebig - Treffen in Eisenschmitt 2018Clara – Viebig - Treffen in Eisenschmitt 2018 Clara – Viebig - Treffen in Eisenschmitt 2018 Clara – Viebig - Treffen in Eisenschmitt 2018

Auf dem Weg ins Clara – Viebig – Zentrum kamen mir Zweifel, ob ich nicht doch besser nach Trier zu den Feierlichkeiten des 200. Geburtstags von Karl Marx gefahren wäre. Enthüllung der chinesischen Riesenstatue des Philosophen, Auftritte von Prominenten aus allen Bereichen von Politik und Wissenschaft und einen reichlich großen Ansturm des regionalen „Proletariats“, das sich als Schaulustige in die Moselmetropole begeben hätte, würde ich da zu sehen bekommen und mich ewig dieses festlichen  Spektakels erinnern. Stattdessen Eisenschmitt, zum 10. Male Clara – Viebig -Treffen zum Frühlingserwachen. Das mir Bevorstehende konnte unmöglich mit dem Reiz einer Geburtstagsparty dieses Ausmaßes konkurrieren. Warum hatte ich bloß zugesagt? Ausreden hätte es schließlich genug gegeben. Als ich meinen Unmut beim Betreten des Zentrums in Eisenschmitt dann auch noch äußerte, da waren die Blicke, die mich trafen von der Frage begleitet: Was willst Du denn in Trier, ausgerechnet bei diesem Karl Marx? Schließlich hatte ich mich fast ein Jahrzehnt mit seinen Lehrern befasst. Aber mit einem derartigen Argument wollte ich mich in diesem Augenblick gerade nicht brüsten. Also schluckte ich meinen Frust herunter. Der Nachmittag zog sich in die Länge. Viele Gespräche, mancher Scherz machte die Runde und guten Kuchen gab es auch. Gegen Ende steckte jemand einen Stick in ein Gerät und alle horchten auf, als sie die Stimme Clara Viebigs vernahmen. Die alte Dame las eine ihrer Geschichten vor und auffallend war, dass sie mit ihrer Stimme fast echt die Geräusche nachmachte, die die Maschinen verursachten, an den fleißige Frauenhände gerade nähten oder strickten. Immer wieder rollte einem das sich schnell wiederholende „R“ entgegen, das die Viebig für die nächste Naht bereithielt. In diesem Augenblick sprangen meine Gedanken um auf das, was mir in den vergangenen Wochen immer wieder in Marx Büchern begegnet war: Die Arbeit, die Arbeiter und die Arbeiterinnen, mit der Hand, an den Maschinen, der Mehrwert, das Kapital, das Kommunistische Manifest, die Entfremdung, die Ausbeutung und vieles mehr schwirrte mir plötzlich durch den Kopf. Und ich fragte mich, wer das harte Leben der einfachen Leute besser und treffender beschrieben hatte als unsere Clara. Es wurde mir mit einem Male bewusst, dass die Viebig in zahllosen Büchern genau das geschildert hatte, was Marx an der Gesellschaft, in der er lebte, kritisierte und auf heftigste zu verändern suchte. Nur schien die Viebig – gut eine Generation weiter – ihren Marx sehr genau zu kennen, hatte sie doch die Verhältnisse des ausklingenden 19. Jahrhunderts in solche Geschichten gesetzt, die jeder verstand und die nicht erst eines philosophischen Studiums bedurften, um den Zusammenhang von Arbeit und Kapital zu durchschauen. Im Geiste begleitete ich unbewusst die Männer aus Eifelschmitt, sah ihnen im Ruhrgebiet bei der harten täglichen Arbeit zu und machte mir Gedanken, wieso sich die Krupps eine solche Villa Hügel in Essen errichten und leisten konnten. Viebig hat diesen Sachverhalt in ihren Romanen eindrucksvoll geschildert und der marxschen philosophischen, eine literarische Komponente hinzugefügt, die europaweit Eindruck erweckte. Eine kleine Ausstellung der in zahlreiche Sprachen übersetzen Bücher der Schriftstellerin zum 10. Jubiläum der Viebig – Treffen, zeigt eindrucksvoll, welchen Stellenwert die literarische Aufarbeitung der marxschen Thesen in und außerhalb Europas einnahm und wie die Leser danach gierten, sich die schwierig verständlichen sozialen Thesen über die Literatur zugänglich zu machen. Viebig hat wie Gerhard Hauptmann diese Herausforderung angenommen und ein Werk geschaffen, auf das Karl Marx – wenn er nicht vorher verstorben wäre – einen stolzen Blick geworfen hätte. Im Mittelpunkt der neuen Literatur damals standen plötzlich nicht mehr der Hochadel, die Wohlhabenden und die Mächtigen, sondern das Pittchen und seine Frauen in Eifelschmitt oder der Müllerhannes, der genau in das Auf und Ab der von Marx dargelegten Entwicklung des Kapitals passt. So, als hätte Clara Viebig sich vorher intensiv mit den Sozialismustheorien von Karl Marx auseinandergesetzt. Es ist schon verblüffend, wenn einem diese Zusammenhänge unvermittelt bewusstwerden. Nur vor diesem Hintergrund wird denn auch verständlich, warum sich die Machthaber der frühen DDR (Johannes R. Becher!) so sehr um die Viebig rissen. Sie schien ihnen das Sprachrohr für den Sozialismus zu sein, mit dem Markenzeichen des Extravaganten und des Einzigartigen. Diese Qualitätsmerkmale machten die Viebig so wichtig, obwohl sie selbst von Kommunismus und erst recht von sozialistischer Diktatur weit entfernt war und mit diesen Politiken nie in einem Atemzug genannt werden wollte.
Also doch auf der richtigen Veranstaltung gewesen? Daheim angekommen, holte ich die Ordner hervor, in denen die Unterlagen zu den Lehrern von Karl Marx jetzt ruhen. Ich suchte nach den Abiturlisten des Königlichen Gymnasiums in Trier. Karl Marx hatte dort 1835 sein Abitur abgelegt, Ferdinand Viebig, der ältere Bruder der Schriftstellerin, an der gleichen Schule genau 30 Jahre später. Die Viebig war da gerade mal fünf Jahre alt. Aber der große Trierer Philosoph muss zu dieser Zeit schon in aller Munde gewesen sein, das wissen wir aus anderen Quellen (z.B. Carl Schurz. 1848!). Durch Ferdinand hat die Clara eine Vorstellung von den marxschen Thesen gehabt. Diese Sichtweis muss sie wohl interessiert haben, und der Bruder – ein gutes Stück älter – hat dem neugierigen Mädchen erzählt und erzählt, auch als er längst schon die Universität besuchte. Und in Clara reifte eine Vorstellung, von dem, was sie schreiben wollte, was sie schreiben musste.

Hanns-Georg Salm, Mehlener Straße 2, D -54595 Gondenbrett am 6. Mai 2018


Am Samstag, den 24. Juni 2017 lebten 331 Einwohner in Eisenschmitt. Und es lebte die Kunst! Etwa 70 Besucher nahmen die Einladung des Förderkreises für Kunst und Kultur ins Clara-Viebig-Zentrum an.

Fotoausstellung Gary Retterbush - Buch und Musik Fotoausstellung Gary Retterbush - Buch und Musik Fotoausstellung Gary Retterbush - Buch und Musik

Am Samstag, den 24. Juni 2017 lebten 331 Einwohner in Eisenschmitt. Und es lebte die Kunst!

Etwa 70 Besucher nahmen die Einladung des Förderkreises für Kunst und Kultur ins Clara-Viebig-Zentrum an. Zu der Ausstellungseröffnung des Fotografen Gary Retterbush spielten Musiker aus Eisenschmitt und Gransdorf.
Im Anschluss präsentierten Rosemarie Schmitt und Walter Schmitt in Eisenschmitt ihr aktuelles Programm.
Als Paar ti Tour unterhielten sie gemeinsam mit der Sängerin, Komponistin und Autorin Karin Melchert mit einer musikalisch-szenischen Lesung.  Mach dir dein Glück doch selbst, so lautete das Motto. Am Ende war es jedoch keine Glückssache, sondern das Ergebnis eines aussergewöhnlichen Konzeptes in Verbindung mit hervorragender Musik und ebensolchen Texten. Das Publikum klatschte und sang im Rhythmus der Musik mit. Je ne regrette rien – ich bereue nichts. Mit diesem Song verabschiedete sich Paar ti Tour von einem begeisterten Publikum. Non, je ne regrette rien.

Niemand bereute diesen Besuch in Eisenschmitt, der mit einem gemütlichen Beisammensein der Künstler und Besucher im Innenhof des Clara-Viebig-Zentrums ausklang.

Nachlese zur Veranstaltung "Frühlingserwachen und 9. Bücherfestival "

am 6. und 7. Mai 2017

Der Schneeblumenblues

9. Bücherfestival9. BücherfestivalLesung Ute Bales

Das Clara – Viebig – Zentrum in Eisenschmitt ist doch immer für Überraschungen gut. Zum 9. Bücherfestival “Frühlingserwachen“ tauchte jemand mit einer Neuheit auf, die leider noch nicht verraten werden darf, die Veranstalter, vor allen Dingen Herrn Georg Fritzsche, für die nächste Zeit aber in Atem halten wird. So kehrten nach erstem Erstaunen die Aussteller an die reich gedeckten Büchertische zurück und boten ihre literarische Viebig- und geistige Eifelware – wie in den Vorjahren – an oder prahlten mit Entdeckungen, die freilich nur unter den Tischen gehalten und bisweilen sogar ausschließlich dort gehandelt wurden. Einer zeigte stolz sein Notenbuch mit einer Komposition des Viebig – Sohns, Ernst Viebig. Ein anderer ließ ein Foto seiner Neuerwerbung eines völlig unbekannten, aber einmaligen Stilllebens von Jakob Lehnen rundgehen und erzählte die dazugehörende Geschichte, wieder jemand erschien mit der Mappe „Schloss Bergfeld“ aus dem Jahre 1904, die gestochen scharfe Innen – und Außenaufnahmen des damals frisch errichteten Schlosses enthält. Das Exemplar, so gut erhalten, als wäre es aus dem Lädchen gezogen, leider unverkäuflich. Fast etwas enttäuscht gingen andere in sich, weil sie nichts annähernd Überzeugendes vorweisen konnten. Auch traurige Beispiele weckten das Interesse, z.B. der „Ahrburgunder“ von Fritz von Wille auf Büttenpapier mit eingeklebten Abbildungen der besten Ahrgemälde des Künstlers. Dann der Schlag ins Gesicht: Die Blätter mit der Widmung vorn und das denkwürdige Bild des Ahrweiler Tors mit der wehenden Hakenkreuzfahne fehlen! Verdammt nochmal, es gibt doch elende Bücherschänder, deren „schlechtes“ Gewissen und deren Selbstverleugnung vor nichts zurückschrecken und fast keine Grenzen mehr kennen.

Für den zweiten Tag des Geschehens (einem Sonntag) war ein besonderes Programm aufgelegt: Den Mittelpunkt bildete die bekannte Schriftstellerin, Ute Bales, die in der Eifel ihre Wurzeln hat, heute jedoch in Freiburg lebt. Sie war gebeten worden, aus ihrem Buch: „Kamillenblumen“ (bereits in 5. Auflage erschienen!) zu lesen. Das allein wäre schon einer Fahrt ins Salm-Tal wert gewesen. Aber dieses Mal gab es sogar eine „Weltpremiere“. Der in der Region bekannte Bluespianist Rafael Rieck hatte im vergangenen Herbst in einer Soloschau am Klavier Clara Viebigs Müller – Hannes lesend, singend und spielend vorgestellt. Das war ihm so gut gelungen, dass sich die Veranstalter vornahmen, ihn zu einer Lesung mit Ute Bales zusammen zu bringen. In diesem Augenblick also, startete ein Experiment. Vorne saßen die Schriftstellerin und neben ihr der Musiker am Klavier. Rieck eröffnete die Darbietung mit einem Blues, und sang dazu ein Liedchen über oder zu Kolverath, dem kleinen Eifeldorf, in dem Bales Roman vorwiegend spielt. Es sollte sich in der Folge noch zeigen, wie sehr sich der Pianist in den Roman eingelesen und eingespielt hatte und zu einzelnen Überschriften seine Blues beim Publikum ablieferte. Ute Bales las in gewohnter Manier herausragende Kapitel ihres Romans und überbrückte die Leselücken mit frei gesprochenen Passagen, so dass die Zuhörer dem Geschehen mühelos folgen konnten und sich entweder aufs Weiterlesen oder auf den nächsten Blues freuten. Das brachte Leben und Abwechslung in die Veranstaltung. Die Zeit verflog nur so und man bangte regelrecht dem Ende der Geschichte entgegen. Rieck tröstete dann am Schluss das Publikum mit einer Zugabe, die er sich zu Ehren der Schriftstellerin ausgedacht hatte, und gab den „Ute – Bales – Blues“ zum Besten. Das rundete diese Premiere würdevoll ab und wurde seitens des Publikums mit einem ausgedehnten Applaus für die beiden Künstler belohnt. - Mit Sektgläsern in der Hand prostete man der fleißig signierenden Schriftstellerin zu oder begab sich auch schon wieder nach unter, wo nicht nur die Verkaufsausstellung fortgesetzt wurde, sondern man Gelegenheit nahm, mit der Schriftstellerin oder dem Musiker zu plaudern. Vielen war es ein Bedürfnis, sich persönlich bei den Künstlern zu bedanken und hervorzuheben, wie dankbar man/frau sei, diesen erbaulichen Nachmittag mit ihnen erlebt zu haben.

Hanns- Georg Salm, Mehlener Straße 2, D – 54595 Gondenbrett/Schneifel, 8. Mai 2017